Noch geht Markus Irmler, der Geschäftsführer des Unternehmens Symbiolog, ganz entspannt an einem der Regalbediengeräte im neuen Hochregallager im Burgbernheimer Industriegebiet vorbei. Ab Mai werden diese innerhalb von 30 Sekunden von einem Hallenende zum mehr als 90 Meter entfernten anderen Ende fahren. Wenn dann noch ein Mitarbeiter in dem vollautomatisierten Gebäudeteil unterwegs ist, ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein Problem aufgetreten ist. Platz für gut 9000 Paletten sind seit dem Spatenstich vor elf Monaten entstanden, im benachbarten Hallenteil wurden um die 28000 Behälterstellplätze angelegt. Als Herzstück der Anlage hatte Irmler diesen Bereich des Lagers im vergangenen Jahr bezeichnet, in beiden Komplexen sorgt die Technik für Ordnung. „Das System weiß, wo was liegt“, erklärt Irmler und schiebt mit einem Lächeln ein „hoffentlich“ hinterher. Im Mai werden die ersten Waren angeliefert, Stichtag im Endspurt der Inbetriebnahme ist zunächst aber der morgige Freitag, dann ist die Bauabnahme vorgesehen.

Beim tatsächlichen Arbeitsbeginn im Gebäude bleibt die Warenanlieferung auf eine Symbiolog-Schwestergesellschaft begrenzt, mit einer Auslastung von rund 20 Prozent geht das Hochregallager in gut fünf Wochen an den Start. Bis August wird diese auf etwa 60 Prozent anwachsen. Die Unterbringung von Waren für Fremdunternehmen will Irmler voraussichtlich ab Ende diesen, Anfang kommenden Jahres angehen, wenn sich der Betrieb eingespielt hat. Von Beginn an war vorgesehen, nicht nur für die Tochtergesellschaften der Secura-Industriebeteiligungen Kapazitäten bereitzustellen, sondern Stellflächen zusätzlich als Dienstleister anzubieten. Als Schwerpunkt nennt Irmler die Branche Sanitär, Heizung und Klimatechnik. „Wir sind relativ flexibel, was die Lagerung angeht“, sagt er. Die Dreiteilung des Unternehmens sieht er als großes Plus des neuen Logistikzentrums. Zum Palettenlager und dem Behälterlager kommen die Regalflächen für Langgut, die möglichen Abmessungen der deponierten Waren gibt Irmler mit einer Größenordnung zwischen zwei und zehn Metern an. Im Kommissionierbereich werden die Produkte dann aus allen drei Komplexen zusammengeführt, ab Sommer sind dort zehn bis zwölf Mitarbeiter beschäftigt. Die Organisation des Versands übernimmt auch für Fremdunternehmen Symbiolog. Entsprechend wird der Transportverkehr im Laufe der kommenden Monate ansteigen, mit einem Umfang zwischen acht und zehn Lastwagen pro Tag rechnet der Geschäftsführer ab Sommer.

Parallel zur Lagerauslastung steigt die Zahl der Mitarbeiter, die ersten haben bereits ihre Büros bezogen, bis Sommer soll der Personalstand um die 37 Personen liegen. Während die kaufmännische Abteilung mehr oder weniger abgedeckt ist, wird sich Symbiolog noch auf die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern für den Kommissionier- und Lagerbereich machen. Gespannt ist Irmler, wie sich die Aufstockung gestaltet, seinerseits hat das Unternehmen jedenfalls einige Anstrengungen unternommen, um ein möglichst angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Das reicht von potenziellen Außenarbeitsplätzen für das Verwaltungspersonal bis hin zur Auswahl der Fliesen für den Sanitärbereich. Hinzu kommen großzügige Fensterflächen in den Besprechungs- und Sozialräumen. Diese werden künftig den Blick freigeben auf die umfangreichen Neuanpflanzungen, rund 100 Bäume muss die Firma zum Ausgleich seiner überbauten Grundfläche von 11000 Quadratmetern pflanzen. Im unmittelbaren Umgriff um das Logistikzentrum sollen rasch und hoch wachsende Baumarten zum Zug kommen, spielt Markus Irmler auf die Höhe des Hochregallagers von 25 Metern an. Er weiß um die Diskussionen um und die Kritik an dem Gebäude, auch wenn ihm persönlich gegenüber keine Einwände laut wurden, wie er sagt. Den Kontakt zu den Burgbernheimern will er jedenfalls pflegen, macht er unmissverständlich klar. Selbst wenn ökonomische Gründe wie die Nähe zur Autobahn 7 als bedeutender Nord-Süd-Achse, die räumliche Nähe zur Schwester UBB und die „unproblematische Zusammenarbeit mit der Stadt“ den Ausschlag für die Niederlassung in Burgbernheim gaben: Für den Geschäftsführer spielt die Stadt als Firmenstandort nicht nur eine rein funktionelle Rolle.